Was sind Schnittstellen – und warum sind sie in der Baubranche so wichtig?

In Gesprächen mit Kunden und Interessenten stellen wir dies immer deutlicher fest: Schnittstellen – also die Möglichkeit, Systeme miteinander zu verbinden – sind nicht länger ein „nice-to-have“, sondern ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl von Softwarelösungen.

Ob Geschäftsführer oder Disponent – viele suchen gezielt nach einer Lösung, die sich nahtlos in ihre bestehende IT-Landschaft einfügt. Dabei geht es weniger um einzelne Funktionen oder Preisunterschiede, sondern vielmehr um Offenheit und Kompatibilität.

Was ist eine Schnittstelle?

Eine Schnittstelle (technisch: API) ist die Verbindung zwischen zwei Systemen. Sie sorgt dafür, dass Daten automatisch ausgetauscht werden – zum Beispiel zwischen einem ERP-System und einem Baumaschinen-Management-System wie SAM oder RAM.

Anstatt Informationen manuell zu übertragen (z.B. über Excel oder Doppeleingabe), fließen sie automatisch dorthin, wo sie benötigt werden.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis

Ein Bauunternehmen hat seit Jahren ein etabliertes ERP-System im Einsatz, das für das Projektcontrolling von zentraler Bedeutung ist.

Wenn nun zusätzlich SAM auch als digitale Lösung für Maschinen- und Projektmanagement eingesetzt wird, entfaltet sich der volle Nutzen erst, wenn beide Systeme miteinander kommunizieren.

Ein zentraler Vorteil in SAM ist beispielsweise die automatische Kostenstellenzuordnung per Geofencing & Telematik.

Wenn eine Maschine auf der Baustelle ist, werden die Betriebsstunden automatisch der entsprechenden Kostenstelle zugewiesen.

Dank einer Schnittstelle zum ERP-System können diese Stunden automatisch korrekt gebucht, weiterverarbeitet oder direkt in Rechnung gestellt werden – ohne manuelle Nacharbeit.

Warum ist das so wichtig?

Im Baualltag kommen zahlreiche digitale Anwendungen zum Einsatz, zum Beispiel zur Verwaltung von Maschinen und Geräten oder zur Abbildung kaufmännischer Prozesse im ERP.

Wenn diese Systeme nicht miteinander verbunden sind, kommt es zu Medienbrüchen:

Daten müssen doppelt gepflegt werden, Fehler schleichen sich ein und Prozesse werden unnötig zeitaufwendig.

Die Fähigkeit, Systeme über APIs zu integrieren, ist heute für viele Unternehmen das entscheidende Kriterium bei der Auswahl von Software.

In Teil 2 teilen wir unsere praktischen Erfahrungen: Welche Systeme werden am häufigsten nachgefragt? Und warum scheitern viele Anbieter genau an diesem Punkt?